Aarhus-Konvention - Die Konvention begründet einen umfassenden Anspruch von jedermann auf den ungehinderten Zugang zu Umweltinformationen bei Behörden, wobei von einem weiten Behördenbegriff ausgegangen wird. Zum Beispiel im Rahmen einer nationalen Nachhaltigkeitsstrategie kann so die Bürgerbeteiligung verstärkt, der Informationszugang verbessert und ein Verbandsklagerecht für Umweltverbände geschaffen werden. Die Konvention ist am 30.10.2001 in Kraft getreten.
Agenda 21 - Die Agenda 21 ist das Kernstück der Ergebnisse der Rio-Konferenz von 1992. In 40 Kapiteln werden alle wesentlichen Politikbereiche, die für eine nachhaltige Entwicklung notwendig sind, angesprochen. Die Agenda 21 enthält detaillierte Handlungsempfehlungen für die Gestaltung und Sicherung einer lebenswerten Welt für gegenwärtige und künftige Generationen. Auf nationaler Ebene erstellte Aktionspläne sollen ebenso zur Umsetzung der Agenda 21 beitragen wie die jeweils im kommunalen Bereich zu entwerfende Lokale Agenda 21. 178 Staaten, darunter auch Deutschland, haben den Leitfaden mit dem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung verabschiedet.
Aktionsprogramm 2015 - Zum Jahrtausendwechsel haben sich die Staats- und Regierungschefs auf der UN-Millenniumsversammlung im September 2000 in New York das Ziel gesetzt, den Anteil der extremen Armut auf der Erde bis zum Jahre 2015 um die Hälfte zu verringern. Als einer der ersten Staaten hat Deutschland mit dem im April 2001 im Bundeskabinett beschlossenen "Aktionsprogramm 2015 - Armutsbekämpfung, eine globale Aufgabe" seinen Beitrag zur weltweiten Armutshalbierung verbindlich erklärt. Armutsbekämpfung wurde darin zur überwölbenden Aufgabe der Entwicklungspolitik und zu einem wichtigen Bestandteil der Gesamtpolitik der Bundesregierung erklärt. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat für die Umsetzung des Programms und die dafür notwendige Koordination der beteiligten Bundesministerien die Federführung übernommen und einen Arbeitsstab eingerichtet.
Biologische Vielfalt (Biodiversität) - "Biologische Vielfalt" oder auch "Biodiversität" umfasst die genetische Vielfalt, die Artenvielfalt (Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen) und die Vielfalt der Ökosysteme weltweit.
Brandt-Bericht - Im Januar 1980 legte die von Willy Brandt geleitete "Unabhängige Kommission für Internationale Entwicklungsfragen" ihren Bericht "Das Überleben sichern. Gemeinsame Interessen der Industrie- und Entwicklungsländer" vor, der im Auftrag des damaligen Weltbank-Präsidenten mit dem Ziel erstellt wurde, Lösungsmöglichkeiten für die Probleme in den Entwicklungsländern zu entwerfen. Die Kommission sah eine Möglichkeit vor allem in der Erhöhung der bi- und multilateralen Entwicklungsfinanzierung.
Brundtland-Bericht - 1983 beschloss die UN-Generalversammlung die Einsetzung der "Weltkommission für Umwelt und Entwicklung" unter Leitung der norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland. Diese Kommission sollte einen globalen Aktionsplan für langfristige Umweltstrategien ausarbeiten, um neue Perspektiven für die Zusammenführung der Themen "Entwicklung" und "Schutz natürlicher Ressourcen" zu entwerfen. Mit der Veröffentlichung des Abschlußberichts der Kommission, "Our common future" ("Unsere gemeinsame Zukunft") 1987 wurde das Konzept der "Nachhaltigen Entwicklung" (Sustainable Development) als Leitgedanke der Empfehlungen erstmals einer breiteren Öffentlichkeit bekannt und fand prominent Eingang in die weiteren Diskussionen zum Thema "Umwelt und Entwicklung".
Caucus - Netzwerk/Arbeitsgruppe von Nichtregierungsorganisationen oder gesellschaftlichen Gruppen, welche sich (international) zusammenfindet, um themenbezogen zu arbeiten, Positionen festzulegen und Lobbyarbeit zu koordinieren.
Charta von Aalborg - Auf einer europäischen Städte- und Gemeindekonferenz im dänischen Aalborg 1994 durch Konsens angenommene Erklärung über Ziele und Maßnahmen zur Umsetzung des Prinzips der Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene. Das Dokument wurde von ursprünglich 80 europäischen Kommunen sowie 253 Vertretern internationaler Organisationen unterzeichnet.
DAC-Liste - Die vom Entwicklungshilfeausschuß der OECD (DAC) herausgegebene DAC-Liste der Entwicklungsländer wurde erstmalig 1962 erstellt, um ein umfassendes System zur Erfassung der öffentlichen Entwicklungshilfe und der sonstigen Leistungen der DAC-Mitglieder an die Entwicklungsländer zu schaffen. In der Neufassung von 1997 wird die DAC-Liste in zwei Teile untergliedert: Teil 1 der Liste umfasst alle Empfänger von öffentlicher Entwicklungshilfe (Official Development Assistance, ODA), Teil 2 umfasst alle Empfänger von öffentlicher Hilfe (Official Aid), die von ODA unterschieden wird und nicht auf das Ziel eines 0,7 %igen Anteils der Entwicklungshilfeleistungen am BSP anrechenbar ist.
Deklaration von Rio - Im Zuge der UNCED 1992 getroffene Vereinbarung von 27 wesentlichen Grundsätzen, die im Bereich Umwelt und Entwicklung das Verhalten der Staaten untereinander und von Staaten gegenüber ihren Bürgern bestimmen sollen. Hierzu gehören das Recht auf Entwicklung, die Notwendigkeit der Armutsbekämpfung und angemessener Bevölkerungspolitik, sowie das Verursacher- und das Vorsorgeprinzip.
Entschuldungsinitiative (HIPC-Initiative) - Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds haben 1996 erstmals den Vorschlag gemacht, dass einer Gruppe von hochverschuldeten armen Ländern (Heavily Indebted Poor Countries) im Rahmen der "HIPC-Initiative" ein Schuldenerlass gewährt werden soll, der alle Kredite einbezieht: Die bilateralen Schulden bei Staaten, die multilateralen Schulden gegenüber den multinationalen Entwicklungsbanken (vor allem dem Internationalen Währungsfonds und der Weltbank) und die Schulden bei privaten Banken.
Entwicklungshilfeausschuss der OECD (Development Assistance Committee, DAC) - 1961 von den Mitgliedsländern der OECD eingerichteter Ausschuss, der unter anderem Normen und Zielvorgaben der entwicklungspolitischen Tätigkeit der Mitgliedsländer erarbeitet, diese regelmäßig überprüft und detaillierte Statistiken veröffentlicht. Die 22 Mitgliedsländer bringen rund 95 % der öffentlichen Entwicklungshilfeleistungen der Industrieländer auf.
Erd-Charta - Dokument, in dem grundlegende ethische Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung verankert sind. Die Initiative für die partizipative Erstellung einer solche Charta bestand schon 1992, wurde aber erst 1994 durch die Initiative von Maurice Strong, dem Generalsekretär des Rio-Gipfel, Michael Gorbatschow und der niederländischen Regierung umgesetzt. Das internationale Earth-Charta-Büro hat seinen Sitz beim Earth Council in Costa Rica.
Erneuerbare Energien (regenerative Energien) - Zu den erneuerbaren Energien zählen Sonne, Wasser, Wind, Biomasse und Geothermie (Erdwärme). Man unterscheidet erneuerbare von nicht regenerierbaren, fossilen Energieträgern (z.B. Kohle, Erdöl, Erdgas), deren Vorräte begrenzt sind.
Gender - Der aus dem Englischen stammende Begriff bedeutet "Geschlecht" und lenkt das Augenmerk auf die unterschiedlichen gesellschaftlichen Rollenzuweisungen von Frauen und Männern. Diese spiegeln sich zum Beispiel in geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung und -belastung, ungleichem Zugang zu Ressourcen und ungleicher Kontrolle über dieselben wieder. Auch die unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Einflussmöglichkeiten werden besonders beachtet.
Global Governance - Der Begriff Global Governance wird in Politik und Politikwissenschaft zunehmend gebraucht; eine einvernehmliche Definition ist jedoch noch nicht gefunden. Global Governance ist nicht gleichzusetzen mit einer Art "Weltregierung". Vielmehr lässt sich Global Governance eher mit "globaler Strukturpolitik" oder "Weltordnungspolitik" umschreiben. Gemeint ist, dass die Zunahme internationaler Institutionen in den letzten Jahrzehnten zu einer neuen Situation und zu einer neuen Qualität der internationalen Beziehungen geführt hat, die über das traditionelle Verständnis zwischenstaatlicher Politik hinausgeht.
Globale Umweltfazilität (Global Environment Facility, GEF) - Ein 1991 eingerichtetes und von Weltbank, UNDP und UNEP gemeinsam verwaltetes mulitlaterales Finanzierungsinstrument, welches Zusatzkosten (incremental costs) bei Vorhaben mit globalem Umweltnutzen trägt. Projekte, die nur dem lokalen Umweltschutz dienen, werden nicht berücksichtigt. In die Finanzierungsbereiche der GEF fallen Maßnahmen zum Schutz der Ozonschicht, zur Verminderung der Treibhausgase, zum Erhalt der Biodiversität und zum internationalen Gewässerschutz.
Globaler Wandel - International übergreifendes Phänomen, welches globale Umweltveränderungen, ökonomische Globalisierung, kulturellen Wandel und ein zunehmendes Nord-Süd-Gefälle umfasst.
Gute Regierungsführung (Good Governance) - Ausrichtung des staatlichen Handelns auf eine gerechte, nachhaltige Entwicklung und den verantwortlichen Umgang mit öffentlichen Ressourcen. Dabei müssen die Menschenrechte ebenso gewahrt bleiben wie Rechtsstaatlichkeit, Rechtssicherheit, Demokratieförderung und Beteiligung der Zivilgesellschaft an politischen Entscheidungen. Von der Erfüllung dieser Kriterien hängt z.T. die Vergabe von Entwicklungshilfe internationaler Organisationen und der Industrieländer ab.
Kommission für nachhaltige Entwicklung (Commission on Sustainable Development , CSD) - Eine auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro ins Leben gerufene Kommission, die den wirksamen Folgeprozess der Konferenz gewährleisten soll. Im Vordergrund steht die Überprüfung der nationalen und internationalen Umsetzung der Rio-Beschlüsse, insbesondere des umwelt- und entwicklungspolitischen Aktionsprogramms Agenda 21 einschließlich ihrer finanziellen Aspekte. Die CSD tagt seit 1993 in der Regel einmal jährlich für 2 Wochen im UN-Hauptquartier in New York.
Konvention - Schaffung von völkerrechtlich verbindlichen Grundlagen für die internationale Zusammenarbeit. In der deutschen juristischen Fachsprache wird der englische Begriff "convention" auch mit dem Begriff "Übereinkommen" übersetzt. Durch Unterzeichnung von Konventionen verpflichten sich die Mitgliedsstaaten zum Schutz und zur Bewahrung gemeinsamer Lebensgrundlagen. Auf dem Weltgipfel für Umwelt und Entwicklung 1992 wurden zwei völkerrechtlich verbindliche Konventionen verabschiedet – die Internationale Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) und die Internationale Konvention zur Erhaltung der Biodiversität (UNCBD); gleichzeitig wurde die Erarbeitung einer Internationalen Konvention zur Bekämpfung der Desertifikation (UNCCD) beschlossen, die 1994 verabschiedet werden konnte.
Kyoto-Protokoll - Auf der 3. Konferenz der Unterzeichnerstaaten der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) 1998 in Kyoto wurde das Kyoto-Protokoll verabschiedet, in dem erstmalig verbindliche Verpflichtungen zur Reduzierung bzw. Begrenzung von Treibhausgasemissionen festgeschrieben wurden. Von 2008 bis 2012 sollen in den entwickelten Ländern die Werte von 1990 um durchschnittlich 5,2 % unterschritten werden. Das Protokoll tritt in Kraft, wenn es von mindestens 55 Staaten ratifiziert worden ist und dadurch gleichzeitig mindestens 55 % der 1990 von Industrieländern ausgestoßenen CO2-Emissionen abgedeckt sind. Die EU und die meisten anderen Vertragsstaaten (Ausnahme: USA) streben an, das Kyoto-Protokoll im Jahr 2002 zu ratifizieren, damit es rechtzeitig zum Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg im September 2002 in Kraft treten kann.
Major Groups - Gruppen, die laut der Agenda 21 eine besondere Rolle für die nachhaltige Entwicklung spielen und in dieser Rolle gestärkt werden sollen. Hierzu zählen Frauen, Kinder und Jugendliche, indigene Bevölkerungsgruppen, nichtstaatliche Organisationen, Kommunen, Arbeitnehmer und Gewerkschaften, Privatwirtschaft, die Wissenschaft/Technik sowie Bauern. Angestrebt ist eine breite Beteiligung dieser gesellschaftlich relevanten Gruppen in Entscheidungsfindung und Umsetzung insbesondere bei den Themen Umwelt und Entwicklung.
Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (Clean Development Mechanism, CDM) - Ein flexibles Instrument des Kyoto-Protokolls, welches Entwicklungs- und Industrieländern ermöglicht, gemeinsame Projekte durchzuführen. Hierunter fällt z.B. der Bau von regenerativen Energieanlagen. Der Ausbau von Senken wird hingegen nicht berücksichtigt. Die vermiedenen Emissionen können vom Industrieland selber emittiert oder als Guthaben verbucht werden. Projektkriterium ist unter anderem eine messbare und langfristige Verringerung von Emissionen.
Multi-Stakeholder-Dialog - Veranstaltung während einer Konferenz, auf der für Vertreter von Nichtregierungsorganisationen und anderer gesellschaftlicher Gruppen und Regierungsvertreter die Möglichkeit besteht, sich über ihre jeweiligen Positionen und spezifische Themenbereiche auszutauschen.
Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development) - Ursprünglich eine aus der Forstwirtschaft stammende Bezeichnung für eine Wirtschaftsweise, die sicherstellt, dass die Leistungsfähigkeit eines Ökosystems für kommende Generationen unvermindert erhalten bleibt. Der im Brundtland-Bericht geprägte Begriff kann definiert werden als ein ganzheitliches Leitbild, welches die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Grundbedürfnisse aller Menschen befriedigt, ohne dabei die Entwicklungschancen nachfolgender Generationen zu beeinträchtigen. Spätestens seit der Rio-Konferenz ist der Begriff zum Leitbild der nationalen wie internationalen Diskussion über Umwelt- und Entwicklungsfragen geworden.
Nationaler Nachhaltigkeitsrat - Der 2001 konstituierte Rat für nachhaltige Entwicklung Deutschlands soll in erster Linie den Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung beraten, Beiträge für eine nationale Nachhaltigkeitsstrategie erarbeiten, realistische Umsetzungsstrategien für die praktische Politik und konkrete Projekte zur Umsetzung vorschlagen. Zudem soll er eine zentrale Funktion im gesellschaftlichen Dialog zur Nachhaltigkeit wahrnehmen. Die 17 Mitglieder des Rates sind Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft.
Nichtregierungsorganisationen, NRO (Non-Governmental Organisations, NGO) - Auf private Initiative hin gegründete Gruppierungen, Vereine, Gesellschaften und Organisationen (z.B. Frauen- oder Umweltverbände), die weder einer Verwaltung noch einer Regierung angehören sowie nicht profitorientiert arbeiten.
Nutzungsentgelte - Entgelte für die Nutzung bestimmter globaler Gemeinschaftsgüter (z.B. internationaler Luftraum, Hohe See). Nutzungsentgelte haben einen zweifachen Vorteil: Sie setzen Anreize für umweltfreundliches Verhalten – so können Umweltschäden etwa beim Flug- oder Schiffsverkehr über verbesserte Techniken und entsprechende Verhaltensveränderungen reduziert werden (Lenkungswirkung). Außerdem werden dabei Einnahmen erzielt, die zur Finanzierung von globaler Umwelt- und Entwicklungspolitik genutzt werden können (Finanzierungsfunktion).
Öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (Official Development Assistance, ODA) - Mittel, welche die Mitgliedsländer des Entwicklungshilfeausschusses (DAC) der OECD, Entwicklungsländern bilateral oder durch internationale Organisationen für Entwicklungsvorhaben zur Verfügung stellen. Gemäß einer Vereinbarung der Vereinten Nationen sollen die im Rahmen der ODA aufgewandten Mittel 0,7 % des Bruttosozialprodukts des jeweiligen DAC-Mitgliedslandes erreichen.
Ownership - In der entwicklungspolitischen Diskussion die Bezeichnung für die Identifikation mit einem Projekt sowie die Motivation zur Übernahme von Verantwortung für Entwicklungsinitiativen und Veränderungsprozesse. Es ist eine wichtige Voraussetzung für effiziente und nachhaltige Entwicklungsprozesse.
Partizipation - "Partizipation" bedeutet einfach übersetzt "Beteiligung". Die Sozialwissenschaften bezeichnen Partizipation als die Teilnahme von (einfachen) Mitgliedern einer Gruppe, einer Organisation usw. an deren Zielbestimmung und Zielverwirklichung. Entsprechend wird unter politischer Partizipation der Vorgang verstanden, durch den die Mitglieder einer Gesellschaft ihre Wünsche und Vorstellungen an die politischen Institutionen vermitteln.
Prinzip der gemeinsamen aber differenzierten Verantwortung - Das Prinzip der gemeinsamen aber differenzierten Verantwortung von Industrie- und Entwicklungsländern in Bezug auf den globalen Umweltschutz wurde 1992 in Rio festgeschrieben. Hier wird dem unterschiedlichen Einfluss der Länder auf die globale Umwelt und ihren Möglichkeiten zum Schutz derselben Rechnung getragen. Industrieländer, die historisch am meisten zur Umweltzerstörung beigetragen haben, verpflichten sich demnach, Entwicklungsländer bei der Umsetzung von internationalen Umweltabkommen technologisch und finanziell zu unterstützen.
Public Private Partnership (PPP) - Entwicklungspartnerschaften, die das Zusammenwirken von Staat und der privaten Wirtschaft unter anderem bei Vorhaben ermöglichen, die einen entwicklungspolitischen Nutzen erbringen und gleichzeitig im Interesse der beteiligten Privatunternehmen liegen.
Sonderorganisationen der Vereinten Nationen - Ausdruck einer funktionalen Spezialisierung innerhalb des UN-Systems. Hierbei bildet die "Organisation der Vereinten Nationen" (UNO) das Herz inmitten der meist zeitgleich mit der UNO gegründeten unabhängigen UN-Sonderorganisationen für besondere Politikbereiche, wie etwa für Ernährung und Landwirtschaft (FAO, seit 1945), Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO, seit 1945), Gesundheit (WHO, 1946), Luftverkehr (ICAO, 1944) oder Meteorologie (WMO, 1947). Die Anbindung an die UN und die Koordination untereinander erfolgt durch den Wirtschafts- und Sozialrat (ECOSOC).
Technische Zusammenarbeit (TZ) - Ziel der technischen Zusammenarbeit ist es, im Rahmen partnerschaftlicher Kooperationsformen die Leistungsfähigkeit von Menschen und Organisationen – unter besonderer Berücksichtigung der ärmeren Bevölkerungsgruppen in diesen Ländern – zu stärken und Menschen dabei zu unterstützen, ihre Lebensbedingungen eigenverantwortlich und aus eigener Kraft zu verbessern. Im Rahmen der TZ werden technische, wirtschaftliche und organisatorische Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt. Die Bundesregierung beauftragt die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH, soweit die Leistungen nicht direkt von der Bundesregierung oder ihren Dienststellen, insbesondere der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und der Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) erbracht werden.
Umfassender Entwicklungsrahmen (Comprehensive Development Framework, CDF) - Strategie der Weltbank mit dem Ziel der Verknüpfung von sozialen und strukturellen Aspekten der Entwicklung mit den makroökonomischen und den finanziellen Aspekten. Es sollen gemeinsam mit der übergreifenden Entwicklungsgemeinschaft - den Vereinten Nationen, der Europäischen Union, bilateralen Institutionen, regionalen Entwicklungsbanken, der Zivilgesellschaft und dem Privatsektor - Partnerschaften aufgebaut werden. Dabei werden ähnliche Prinzipien angewandt wie bei den Armutsbekämpfungs- und Nachhaltigkeitsstrategien (Ownership der Länder, eine ganzheitliche und auf einen langen Zeitraum ausgelegte Betrachtungsweise, breite Einbindung aller relevanter Akteure).
Verursacher- und Vorsorgeprinzip - Als zentrale Prinzipien für einen ökologischen Strukturwandel gelten das Verursacher– und das Vorsorgeprinzip. Ersteres betont die Verantwortlichkeit des Verursachers für Gefahrenvermeidung und Schadensbeseitigung, letzteres dient dem präventiven Schutz des Menschen und der Umwelt vor Gefahren und Risiken.
Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) - Der WBGU wurde 1992 von der Bundesregierung als unabhängiges Beratergremium eingerichtet. Die Hauptaufgabe des interdisziplinär besetzten Beirats ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse aus allen Bereichen des Globalen Wandels auszuwerten und daraus politische Handlungs- und Forschungsempfehlungen für eine nachhaltige Entwicklung abzuleiten.
Zivilgesellschaft - Nicht-staatliche, freiwillige Vereinigungen einer mittleren gesellschaftlichen Organisierungsebene, welche zwischen Staat und privater Sphäre angesiedelt sind und zwischen Staat und Gesellschaft vermitteln können.