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Femme Globale - Geschlechterperspektiven im 21. Jahrhundert Zehn Jahre ist es her, dass die Weltfrauenkonferenz der UN einen Handlungskatalog für die Globalisierung von Frauenrechten vorlegte. Über die Perspektiven danach diskutieren mehr als 1000 Teilnehmerinnen bei der Internationalen Konferenz “Femme Globale”. |
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“Frauen- und Geschlechterpolitik”, bilanziert Heinrich-Böll-Stiftungsvorstand Barbara Unmüßig ernüchternd, “hat heute national wie international einen eher schweren Stand.” Trotz aller Erfolge in der Gleichstellungspolitik sähen die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Indikatoren für mehr Gleichberechtigung der Geschlechter nicht gut aus. Im Gegensatz zum politischen Klima, wie es zur UN-Frauenkonferenz in Peking geherrscht habe, sei das politische Klima in vielen Teilen der Welt von einer neokonservativen Mobilmachung gegen Frauenrechte bestimmt.

Collage; Original Photo by: Tiffany Chung
Vor diesem Hintergrund sei die Diskussion über Strategien vonnöten, wie die Frauenbewegungen weltweit die politische Initiative zurück gewinnen könnten. Genau das ist das Thema von “Femme Globale: Geschlechterperspektiven im 21. Jahrhundert”, veranstaltet von der Heinrich-Böll-Stiftung in Kooperation mit dem Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humboldt-Universität zu Berlin.
„Femme Globale" bietet eine außerordentliche Gelegenheit, Bilanz zu ziehen. Neben deutschen Initiativen zur Umsetzung ist auch der Austausch über internationale Erfahrungen zentrales Anliegen des Kongresses, insbesondere mit Blick auf die Strategie des „Gender Mainstreaming". Darüber hinaus bietet dieser Kongress eine Plattform, um
- die Geschlechtergerechtigkeit auf nationaler und internationaler Ebene ganz oben auf die politische Agenda setzen
- aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der Geschlechterpolitik zu identifizieren
- Strategien und Empfehlungen zu diskutieren
- Strategien der Mobilisierung und Politisierung zu entwerfen
- bestehende Netzwerke zu fördern und neue Kontakte zu knüpfen.
In Zusammenarbeit mit zahlreichen Nichtregierungsorganisationen aus Geschlechterdemokratie, Entwicklungszusammenarbeit, Umwelt, Globalisierung, Arbeit, Frieden, Bildung, Gesundheit, Migration u.v.m. bietet das Kongressprogramm zentrale Podiumsdiskussionen und Vorträge sowie über 30 Workshops.
Material
Zwei Ausgaben des “Informationsbriefs für Weltwirtschaft und Entwicklung” geben einen hervorragenden Einstieg in den aktuellen Stand der Debatte. In der ersten Ausgabe führt Barbara Unmüßig in die Bilanz zehn Jahre nach Peking ein. Charlotte Bunch skizziert die frauenpolitischen Herausforderungen nach der Zehnjahresüberprüfung durch die UN-Frauenrechtskommission in New York. Christa Wichterich untersucht die Perspektiven von Geschlechtergleichheit und sozialer Gerechtigkeit angesichts der neoliberalen Globalisierung. Gitti Hentschel schließlich stellt Aktivitäten und Strategien dar, die Frauen entwickelt haben, um die "Genderblindheit" in der nationalen und internationalen Außen- und Sicherheitspolitik zu durchbrechen. Für die Bundesrepublik werden zudem Ansätze vorgestellt, die - bei allen Hindernissen und Widerständen - zukunftsweisend erscheinen.
Im zweiten Sonderdienst zu “Femme Globale" werden weitere zentrale Themen der internationalen feministischen Debatte aufgegriffen. Den Auftakt macht Ewa Charkiewicz, die den gängigen globalen feministischen Kanon kritisch hinterfragt. Mirjam van Reisen und Maxi Ussar überprüfen die neueren entwicklungspolitischen Strategien der Armutsbekämpfung darauf hin, welcher Stellenwert dort der Geschlechtergleichheit eingeräumt wird. Am Beispiel Pakistan verweist Marion R. Mueller auf die Herausforderungen, die der islamische Fundamentalismus für feministische Bewegungen beinhaltet. Ingrid Spiller fragt nach den frauenspezifischen Interessen bei der Neuverhandlung der öffentlichen Güter. Den schwierigen Balanceakt zwischen Autonomie und neuen Abhängigkeiten beim Umgang mit den neuen Reproduktionstechniken beleuchtet Andreas Poltermann. Welche Chancen Frauen in der Informationsgesellschaft haben, erläutert schließlich Heike Jensen am Beispiel des Vorbereitungsprozesses auf den zweiten Teil des Weltgipfels zur Informationsgesellschaft (WSIS) im kommenden November in Tunis.
Links zu weiteren Hintergrundartikeln gibt es hier.
Der Kongress-Flyer fasst alle Infos zusammen; das Programm kann hier herunter geladen werden.
Vorträge und Beiträge zur Konferenz sind bald auf dieser Seite erhältlich. Wer den Newsletter abonniert, bleibt über die Neuerungen auf dem Laufenden. |
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