Als Mitglied des Netzwerks “Freunde des Grundrechts auf Wasser” ("Friends of the Right to Water") wird die Heinrich-Böll-Stiftung sowohl im Rahmen des offiziellen Programms als auch beim alternativen “Internationalen Forum zur Verteidigung des Wassers” dabei sein. Die “Freunde des Grundrechts auf Wasser” sind ein internationales NGO-Netzwerk, das lokal, national und international arbeitet. Andere Mitglieder sind Brot für die Welt, FIAN, Council of Canadians/Blue Planet Project, COHRE, Red Vida, Alliance Sud, Food and Water Watch und Corporate Accountability International.
Innerhalb des Forums
Am Sonntag (19. März) werden die “Freunde des Grundrechts auf Wasser” und andere NGOs in einer Veranstaltung zum Menschenrecht auf Wasser teilnehmen, die als Teil des Weltwasserforums stattfindet. Ziel ist es, die Definition von Wasser als Wirtschaftsgut zu bekämpfen, wie sie von Weltbank, Weltwasserrat und anderen propagiert wird. Vertreter der Zivilgesellschaft aus der ganzen Welt sollen bei dieser Gelegenheit die Chance bekommen, ihre Standpunkte und Bedenken darzulegen. Denn obwohl das Weltwasserforum als Forum auch der Zivilgesellschaft beworben wird, verhindert die Teilnahmegebühr von mehreren hundert US-Dollar effektiv die größten Teile der Zivilgesellschaft an der Teilnahme.
Das “Internationale Forum zur Verteidigung des Wassers”
Deshalb ist die Heinrich-Böll-Stiftung zugleich Mitträger des “Internationalen Forums zur Verteidigung des Wassers” – des alternativen Gipfels zum Weltwasserforum, der vom 17. bis 19. März stattfindet. Hauptträger des Forums ist die Koalition mexikanischer Organisationen für das Grundrecht auf Wasser (COMDA) und mehrere internationale NGOs. Mehr Informationen und ein ausführliches Programm gibt es auf der Website von COMDA.
Das “Internationale Forum zur Verteidigung des Wassers” wird ergänzt durch mehrere Demonstrationen und andere Aktivitäten zum Thema Wasser, die zwischen dem 21. Januar und dem 22. März stattfinden – ebenfalls unterstützt durch die Heinrich-Böll-Stiftung.
Wasser-Tribunale
Eine der wichtigesten Parallelveranstaltungen ist die erste lateinamerikanische Auflage des Wasser-Tribunals, das in Mexiko-Stadt vom 13. bis 20. März im Nationalmuseum für Anthropologie stattfinden wird. Der 20. März ist der wichtigste “Prozess-Tag”: Die Urteile (veredictos) werden an diesem Tag verkündet. Jedes Tribunal besteht aus der Verhandlung (etwa zwei Stunden pro Fall, je 45 Minuten für Anklage und Verteidigung). Dazu gibt es weiterführende Veranstaltungen, etwa eine öffentliche Diskussion zu Suez, organisiert von Food and Water Watch.
Das Lateinamerikanische Wasser-Tribunal ist eine unabhängige Organisation, die die Straflosigkeit in Wasser- und Umweltfragen bekämpfen will. Würde das normale Gerichtssystem so arbeiten wie es sollte, würde das Wassertribunal als ethisch begründetes Gericht seinen Daseinsgrund verlieren. Das Tribunal hat seinen Hauptsitz in San José (Costa Rica), hat aber Verbindungen überall in Lateinamerika.
13 Fälle überall aus Lateinamerika sollen im März behandelt werden: Fälle aus Mexiko, Bolivien, Brasilien, Chile, Equador, Peru und anderen Ländern. Generell ist die Idee, beispielhafte Fällle zu verhandeln. So werden Privatisierung, Dämme, Rohstoffabbau, Öl-Industrie, Kontaminationen, Tourismus und Abwasser-Probleme als Probleme thematisiert.
Das Programm kann hier heruntergeladen werden